TRB 188: eEtiquette, De-Mail, Verweildauer, Gefühlskonserve

06:33 Linktipps
17:04 Die 101 eEtiquette-Regeln der Telekom und was Philipp Otto davon hält
22:39 Warum Patrick Breyer zum Boykott der der DE-Mail aufruft
31 49 Jan Schejbal zum Löschen öffentlich-rechtlicher Inhalte aus dem Netz
37:42 Blogger privat: Deef Pirmasens und seine Gefühlskonserve

Musik: Shearer – Monument (cc), Azoora – The King (cc), Beat Connection – Sunburn (c), Crookram – I Saw You (cc), Danke! – Augen Wie Fenster (c)

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4 Antworten to “TRB 188: eEtiquette, De-Mail, Verweildauer, Gefühlskonserve”


  1. 1 Chris

    Als ich gestern die Sendung gehört hab, kam mir an einigen Stellen die Frage hoch: Werden Interview-Partner aus der Blogger-Szene nicht nach Qualität ausgesucht sondern gewürfelt ?

    Im Gespräch zum Thema eEtiquette wurde es ja von Moderationsseite angedeutet: Die Kritik schien eher ein dumpfes “böse Telekom” als eine sachliche Kritik an diesem Regelwerk zu sein. Ein dicker Brocken mit 101 Leitlinien ist sicher übertrieben aber die Argumente dagegen ?
    Frei zitiert: “Andere Regelwerke sind ja viel kürzer/kleiner.” Solch primitive Argumentationsketten hatten die Kutschenfahrer sicherlich auch bei Einführung des Automobils. So schnell fahren ist nicht gut, Kutschen tun es ja auch nicht.
    Die Leitlinien sind sicher eine gute Idee und manche nicht schlecht aber letztlich wird es kaum jemanden interessieren – Teenies klicken weiter jeden Link an und diffamieren ihre Mitschüler.

    Und dann das Gespräch mit Jan Schejbal, kommt sowas zustande weil Fritz nun mal ÖR ist oder woher dieser Tunnelblick ?
    Auch wenn hier mal wieder die Umsetzung durch die ÖR so ineffektiv wie in einer Behörde ist:
    Ursprünglich sollten die Online-Archive und -Auftritte begrenzt werden, weil diese nicht zum primären Versorgungsauftrag der ÖR gehören und durch die Zwangsfinanzierung mittels Rundfunkgebühren eine finanziell kaum begrenzte Sicherheit besitzen. Und so was ist wohl ganz klar ein unfairer Vorteil gegenüber SÄMTLICHEN Wettbewerbern im Internet.
    Und diese Wettbewerber sind entgegen der Aussage von Schejbal nicht Primär die privaten Fernsehsender und Zeitungen. Auch durch Spenden finanzierte Projekte wie Wikipedia gehören dazu. Leute die sich bei RTL “bilden”, werden sowieso nie bei Tagesschau.de rein schauen.

    Davon abgesehen hätte man nur mal die hier verlinkte Seite zur ARD lesen müssen.
    Zitat:”Ausnahme bilden die Tagesschau-Sendungen um 20.00 Uhr und die Tagesthemen. Sie gelten als fortlaufende zeitgeschichtliche Archive und dürfen unbegrenzt angeboten werden. Gleiches gilt für Inhalte von zeitgeschichtlicher und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Sie dürfen unbefristet in einem eigens auszuweisenden Archiv online bleiben. Eine weitere spezielle Regel gilt für Inhalte, die sich mit Wahlen befassen. Sie dürfen für die Dauer der Legislaturperiode angeboten werden.”

    Also nix mit Nachrichten die nicht mehr auffindbar sind oder Einschränkung der Wahlberichterstattung durch fehlende Beiträge.
    Aber eins stimmt: Die Methode einfach sämtliche zu löschende Daten Offline zu stellen, stößt auf Kritik. Denn anstatt wie gefordert zu löschen, schieben die ÖR die entsprechenden Informationen einfach in die dunklen Archive. Das ist ganz klar nicht im Interesse der Gebührenzahler, welche dann für solch ein “Schattenarchiv” weiter bezahlen dürfen.
    Verstehen sie Spaß, Traumschiff oder Lafer Lichter Lecker etc. benötigt wohl keiner auch noch in 5 Jahren. Und wenn es doch einen Markt für solche Inhalte gibt, kann sich die ÖR ja ohne Probleme einen kostenpflichtigen “Premium-Bereich” aufbauen. Dann kann sich jeder die entsprechenden Inhalte durch zusätzliche Zahlungen holen.

    Ich zahl meine Gebühren für qualitatives Radio a la Fritz, möglichst objektive Nachrichten aus dem Weltgeschehen und sinnvolle Verbraucherinformationen. Nicht für teure Fußballspiele, Seifenopern, Gewinnspielsendungen und teure Kinofilme.

  2. 2 Jan Schejbal

    @Chris: Deine Behauptung “Also nix mit Nachrichten die nicht mehr auffindbar sind oder Einschränkung der Wahlberichterstattung durch fehlende Beiträge.” entbehrt jeder Grundlage. Falls es dir aufgefallen ist, bestehen Nachrichten keineswegs nur aus der 20-Uhr-Tagesschau plus Tagesthemen. Ich sprach ausdrücklich nicht von Wahlberichterstattung, sondern grundsätzlich von relevanten Aussagen von Politikern, und diese finden sich nicht nur in den Wahlsendungen kurz vor und nach einer Wahl, sondern z. B. in PHOENIX-Diskussionsrunden.

    Was Fußballspiele, Seifenopern etc. betrifft, ist das ein anderes Thema – ob man so etwas einkaufen/herstellen sollte, kann man gerne diskutieren. Da wäre nämlich tatsächlich Geld zu sparen. Das hat aber so gut wie nichts mit der Verweildauerdebatte zu tun.

  3. 3 Philipp Otto

    @Chris: Ich bins, einer der gewürfelten Kandidaten. In meinem Beitrag http://ottosblog.de/2010/07/14/jetzt-wirds-ernst-telekom-veroffentlicht-netz-knigge/ habe ich mich sarkastisch mit der neuen eEtiquette auseinandergesetzt. Es ging explizit nicht darum eine austarierte kritische Gesamtwürdigung mit Verbesserungsvorschlägen vorzunehmen. In der eEtiquette gibt es Beiträge, die wirklich absurd sind. Ein paar davon habe ich zitiert und sarkastisch kommentiert. Dies dürfte erlaubt sein, nehme ich an. Aus meiner Sicht ist das Gesamtwerk dabei gleichzeitig viel zu umfangreich, verwirrend und damit unbrauchbar, da bestehende Netiquettes dadurch entwertet werden. Nichts anderes habe ich im Interview gesagt. Zudem habe ich der Telekom unterstellt, dass die Motivation nicht die von besseren Regelungen für das Netz sind, sondern es lediglich darum geht, das Unternehmen besser zu positionieren. Wenn du das als “dumpfes böse Telekom”-Geschimpfe interpretierst, das kannst du wenn du willst. Ich glaube das ist gerade nicht dumpf, sondern eine Kritik, die bislang noch nicht geäußert wurde, die aber aus meiner Sicht in der Debatte eine Rolle spielen sollte, da die dahinter stehende Motivation eine große Auswirkung auf das Ergebnis hat. Wenn das nicht so ist, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Nimm meinen Artikel als sarkastischen Beitrag der nicht den Anspruch hat, als besser machen zu wollen. Vielmehr habe ich nur auf ein paar offensichtliche Widersprüche hingewiesen.

    Besten Gruß
    Philipp Otto

  1. 1 Interview zur eEtiquette der Telekom heute bei Radio Fritz | Ottos Blog

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