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In dieser Sendung werden wir die Seite “Nazis-Auslachen.de” vorstellen und mit dem Macher Dietrich Baron von der Ropp sprechen. Auch über die Vorwürfe von Udo Vetter.
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Da hat doch der eben interviewte Herr Baron von der Ropp von http://www.nazis-auslachen.de leider geschwindelt. Das Projekt finanziert sich nicht ausschließlich durch “Spenden” und trägt sich auch nicht selbst. Mir kam gleich komisch vor, wie kurz angebunden er auf die Frage dazu reagiert hat und deswegen habe ich auch nachgeschaut.
Das Projekt wird öffentlich gefördert, und zwar vom “Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend”. Erkennbar am entsprechenden Banner auf der Website. Das ist als solches nicht tragisch. Doch diesen Fakt im Radiointerview einfach zu unterschlagen, um besonders unabhängig und selbstlos dazustehen, ist schon ziemlich dreist. Und nein, das ist auch kein vernachlässigbares Detail, das man einfach mal eben vergißt, sondern bewußt vorgenommene Kosmetik.
Im übrigen pflichte ich dem RA Udo Vetter bei - diese Aktion ist unwürdig, kindisch und überhaupt nicht zielführend. Es gäbe wirklich bessere und intelligentere Möglichkeiten, sich dafür einzusetzen, daß chancenlose oder abgehängte Jugendliche ihr Leben in den Griff bekommen. Vor allem dann, wenn öffentliche Mittel verwendet werden. Diese Mittel wären viel sinnvoller dafür eingesetzt, diesen Jugendlichen konkret zu helfen, anstatt es für solchen Unsinn zu verplempern, bei dem die, “die gegen rechts sind” doch wieder nur unter sich bleiben.
Aber leider hat die Politik längst den Draht zu den Ursachen dieser Entwicklungen verloren und setzt lieber auf solch medienwirksame Knalleffekte, die in spätestens 3 Monaten ohnehin versanden. Welchen Rechtsradikalen man allerdings mit Videos zu bekehren glaubt, in denen man sich über sie lustig macht, hat der Herr Baron leider nicht erläutert.
Grüße, Jens.
Leider hat sich meine Vermutung inzwischen bestätigt: Die Website http://www.nazis-auslachen.de existiert bereits nicht mehr - gerademal ein gutes Jahr nach ihrem großspurigen Launch.
Solch kurzatmiger Aktionismus dient wohl eher profilierungssüchtigen Möchtegerns (mit guten Verbindungen zur Politik und ihren Geldtöpfen) und der Verbrennung öffentlicher Mittel als irgendeinem ernstgemeinten, langfristigen, guten Zweck. Bereitwillig unterstützt von kurzatmigen Politikern ohne Draht zur Jugend und ihren tatsächlichen Problemen, und bestens geeignet zur Vortäuschung echten Engagements sowie zur Frisierung von Zahlen und Statistiken.
Wenn man schon kein Konzept zur Weiterentwicklung hat, wäre es ja noch einigermaßen akzeptabel, wenn ein solches Projekt nach einiger Zeit eingefroren würde, die Seite den Besucher darüber informieren und weiterhin den letzten Stand anbieten würde. Doch die Seite nach so kurzer Zeit einfach abzuschalten, zeugt auch davon, daß die Macher überhaupt keine Ahnung vom Medium Internet haben und trotzdem mal eben auf den Zug aufspringen wollten. Und solche Leute wollen Jugendlichen - ausgerechnet mit Webprojekten - erzählen, wo es langgeht?
Daß es auch anders geht, zeigen zahlreiche Webangebote, die tatsächlich von engagierten Leuten in Eigenregie getragen werden und die sich über viele Jahre hinweg mit Eigenleistung, Spenden und wirklich langfristigen Perspektiven über Wasser halten.
Grüße, Jens.